Was wäre, wenn… ein Interview mit Susanne Henke.

Susanne Henke schreibt Kurzgeschichten. Bei BoD (Books on Demand Verlag) erschien das Buch “Makellose Morde to go”.

Frau Henke hat sich bereit erklärt, einige Fragen zu beantworten. Wie ihre Geschichten sind ihre Antworten knapp gehalten und auf den Punkt gebracht.

Bühne frei für Susanne Henke und “Makellose Morde to go”!


Bibliophilin: Frau Henke, in Ihrer Geschichten versuchen Sie die Frage zu beantworten, “was wäre, wenn…” Was wäre also, wenn Sie “Makellose Morde to go” nicht geschrieben hätten?
Susanne Henke: Dann würde ich es jetzt tun.

B:Sie hatten bereits zwei Bände mit Kurzgeschichten veräffentlicht, bevor “Makellose Morde to go” von niemand geringerem als Vito von Eichborn, dem Gründer des Eichborn Verlages, herausgegeben wurde. Wie ist Vito von Eichborn auf Ihre Kurzgeschichten aufmerksam geworden?
S.H.: Als Herausgeber der Edition BoD hat er stets ein wachsames Auge auf die Neuerscheinungen.

B: Die Lektüre Ihres Buches hat mich immer wieder schmunzeln lassen. Ich habe es genossen, jeden Tag eine Kurzgeschichte aus diesem kleinen, feinen Bändchen zu lesen. Ihre Geschichten sind kurz, knackig, scheinen direkt aus dem Leben gegriffen. Allerdings sind sie oft makaber, denn es wird gemordet oder “aus Versehen” getötet. Ist das Schreiben solch garstiger Geschichten ein Ventil für alltägliche Aggressionen? Müssen sich Ihre Mitmenschen, von denen Sie im echten Leben all zu sehr genervt wurden, auf ihre literarische Ermordung gefasst machen?
S.H.: Ich freue mich, dass die Figuren so echt wirken, aber ich versichere, sie sind alle frei erfunden. Ich weiß auch nicht, ob Schreiben zum Aggressionsabbau so besonders geeignet ist. Still sitzen und denken – Holzhacken oder Sport wären da schon besser.

B.: In Ihrer Prosa beantworten Sie die Fragen: Was wäre, wenn …der Advent schon im August beginnt? …ein Pianist plätzlich von Lampenfieber geplagt wird? …der Besuch beim Zahnarzt befreiend wirkt? …einem Kreuzfahrtdirektor das Wohl seiner Gäste über alles geht? Auch wenn die Lösungen dieser “Probleme” nicht unbedingt human sind, so schreiben Sie wundervoll witzig und bildhaft, dass man sich tatsächlich in Ihre Protagonisten hineinversetzen kann; man kann ihr Handeln verstehen und nachvollziehen. Sie sind einfach eine tolle Erzählerin. Haben Sie schon darüber nachgedacht, einen Roman zu schreiben?
S.H.: Merci vielmas, Frau Federer. Das geht ja runter wie Öl ;-) Ich liebe die kurze Form, habe aber im Moment eine Story in Arbeit, die ein ganzes Buch für sich alleine haben will. Dass alle Figuren sich bis zum Ende bester Gesundheit erfreuen, ist dabei nicht zu erwarten …

B.: Wann haben Sie sich entschieden, Ihre Kurzgeschichten zu publizieren? Wie kam es dazu?
S.H.: Als mir die Frage in den Sinn kam, was wäre wenn, ich es einfach mache.

B.: Sie haben mich direkt per E-Mail angefragt, ob ich nicht Lust hätte, “Makellose Morde to go” zu lesen und haben mir ein Rezensionsexemplar angeboten. Ganz herzlichen Dank dafür! Was denken Sie, welche Rolle die Literatur-Blogs in der Literaturszene spielen?
S.H.: Sie bereichern sie um eine sehr lebendige Note.

B.: Wie gehen Sie mit Kritik um? Was schätzen Sie mehr – Lob oder Kritik?
S.H.: Beides, wenn es konkret ist. Wenn mir jemand sagt, dass die Perspektive nicht hinhaut, oder der Sprung zu groß ist, oder eine Story zu viele Figuren hat, kann ich damit etwas anfangen und es umsetzen oder nicht. Sagt jemand, dass er Krimis und Kurzgeschichten grundsätzlich nicht leiden kann,  versuche ich allerdings nicht, ein Sechshundertseitenepos mit Happy End draus zu machen.

B.: Sie leben inzwischen als freie Autorin, haben allerdings auch andere Berufe ausgeübt, z.B. haben Sie als Europasekretärin gearbeitet. Welche Aufgaben hat eine Europasekretärin?
S.H.: Das ist ein mehrsprachiger Vorzimmerdrache und als solcher habe ich mich vor allem in der Medienbranche ausgetobt.

B.: Als Schriftstellerin lesen Sie vermutlich auch viel. Was oder wen lesen Sie gerne?
S.H.: Jede Menge Krimis natürlich, Sach- und Fachbücher querbeet, Sprach- und Spannungszauberer aller Genres, Satire und immer wieder gerne Jane Austen.

B.: Ergänzen Sie bitte die folgenden Sätze:
* Als Kind war ich eines von denen mit “zu viel” Phantasie
* Ich geniesse es, Sonne auf der Haut zu spüren, Meeresrauschen im Ohr und …
* Man bringt sich besser in Sicherheit, wenn ich Feuer speie
* Die besten Bücher sind dir immer noch präsent, auch wenn sie längst aus deinem Regal verschwunden sind
* Ich lese gerade Grabesgrün von Tana French

B.: Liebe Frau Henke, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten.
S.H.: War mir ein Vergnügen, Frau Federer.

“Makellose Morde to go” von Susanne Henke
BoD Verlag
ISBN: 978-3839192528

Mit diesem Interview möchte ich eine neue Kategorie auf meinem Blog eröffnen, in der ich die Autoren selbst zu Wort kommen lasse: Fragebogen.

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