[Gastrezension: Rebecca] “Mauje” Norman Eckert

Mauje“Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.” (Clemens von Brentano) Jenes Zitat könnte Protagonist Mark Jens Schreiber wohl auf den ersten Blick nicht direkt unterschreiben. Schließlich gehen ihm seine fabelhaften Ideen für Geschichten schlussendlich aus. Warum?

Mark Jens Schreiber ist Mauje Fabel. Mauje Fabel ist ein Geschichtenerzähler. Norman Eckert ist der Autor von „Mauje“ und erzählt in seinem Werk Mauje Fabels Dasein.

Maujes Geschichten sind sein Lebensinhalt. In alltäglichen Situationen kann er seiner Phantasie und auch seiner Menschenkenntnis danken, sich aus brenzligen Situationen mit eleganten und ebenso auch skurril wirkendenden Geschichten zu befreien. Zugleich erfindet er aber auch famoses Erzählwerk für seine Kunden. Die Tragik ist es, dass durch seinen unermüdlichen Einsatz bei anderen, er keine Zeit mehr für sich und auch keine Zeit mehr für neue Geschichten zu erfinden hat.

Das Buch ist mit sehr schönen Metaphern und kleinen Weisheiten durchdrungen und lässt den alltäglichen Wahnsinn durch Mauje Fabels Geschichten wunderbar verdreht erleben. Eckert schafft es auf nur 141 Seiten, den Leser mit Maujes Fabels Lebensgeschichten zu berühren. Das Buch könnte nach dem ersten Lesen auch als Nachschlagewerk mit dem Titel „glitzernde kleine Weisheiten“ dienen und sollte einen ganz besonderen Platz im Bücherregal erhalten.

Erzählt wird das Buch in der dritten Person, wobei der Autor Personen aus dem Off entsteigen lässt und „Zwischentöne“ zulässt. Diese Menschen, welche Mauje kennenlernen durften, berichten über ihn und Ihre gemeinsamen Erlebnisse. So erhält das Buch einen gelungenen Schwung und weicht ab von einem durchgehenden Erzählstrang. Es weckt Neugierde auf Mauje, vielleicht sogar manches Mal ein bejahendes Kopfnicken beim Leser, weil ein Lebensweg in der Tat nicht immer strukturiert ist. Auch kann das Leben klar sein. „Da waren sie wieder. Die Brüche , die die Klarheit störten.“

Mark Jens Schreiber könnte oben genanntes Zitat wohl dann doch unterschreiben, auch wenn ihm am Ende seine Ideen abhandenkommen, hat er sich für eine Aufgabe entschieden, welche er so liebte, dass er sich vergaß.

Fazit: Ein etwas aus der Art geschlagenes Buch. Dennoch oder gerade deswegen, ein gutes Werk, jede Menge guter Wörter, eine Vielfalt von guten Bilder für ein feines Kopfkino- Erlebnis. Gerne mehr davon.

“Mauje” Norman Eckert, Michason & May Verlag, ISBN: 9783862860104

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