[Gastrezension: Christina] Sie suchen die Sonne – Christian Hanewinkel

Sie suchen die SonneDa soll nochmal einer meinen, Frauen wären kompliziert. Selten habe ich von einem Mann gelesen, der so unentschlossen ist, wie der Hauptprotagonist Benny in Sie suchen die Sonne. Der Journalist Benny ist hin und her gerissen, zwischen zwei Frauen, nein drei und zwei Ländern. Die erste von den dreien ist seine Exfrau. Sie hat ihn mit seinem Chef betrogen und erwartet nun ein Kind von ihm. Zu allem Unglück, wird Benny aus der Redaktion geworfen. Auf der Flucht vor seinem alten Leben bzw. auf der Suche nach neuem Glück, geht Benny nach Tavira an die portugiesische Algarve. Dort verbringt er tagtäglich den Mittag bei einem Kaffee mit der Französin Cora. Zunächst haben die beiden nichts miteinander. Doch Cora entwickelt Gefühle für Benny. Dann hat Benny einen unglücklichen Unfall auf seinem Fahrrad und wird von der schönen Portugiesin Joana gerettet. Sie pflegt Benny in ihrem Haus wieder gesund. Joana hat eine Reihe von Problemen. Sie hat kein Geld, ihr Haus muss bald einem Steinbruch weichen und ihr Bruder ist spurlos verschwunden. Benny fühlt sich verpflichtet, ihr zu helfen. Und bekommt selbst jede Menge Probleme.

Von da geht eine Geschichte los, die sich immer wieder dreht und wendet. Benny kann sich nicht entscheiden. Cora oder Joana? Nach langem, wirklich langem, Hin und Her, Intrigen und Lügen entscheidet er sich letztendlich für Joana und geht mit ihr nach Deutschland. Beide finden einen neuen Job und könnten eigentlich ein neues Leben beginnen. Doch Joana vermisst ihre Heimat im warmen Süden und auch Benny kann in Deutschland nicht mehr so glücklich werden wie in Portugal. Also ziehen beide wieder nach Portugal. Doch ihr Glück wird von anderen Menschen ständig gefährdet. Joana hat ihm immer noch nicht die ganze Wahrheit erzählt, scheint ihn nur auszunutzen. Benny befindet sich wieder im Sumpf von Verstrickungen, Korruptionen und Halbwahrheiten in dem er droht, unterzugehen.

Der Roman begann ganz zuversichtlich. Ich kenne wenige Liebesgeschichten, die aus der Perspektive eines Mannes erzählt werden. Ich habe eine Geschichte erwartet, die ein wenig locker und mit einem zwinkernden Auge erzählt wird. Doch das Drama nimmt kein Ende, die Verstrickungen nehmen zu und werden immer unübersichtlicher. Fast schon schlimmer als bei Frauen, möchte man sagen. Ich wusste ab einem gewissen Punkt nicht mehr, wer mit wem eigentlich was zu tun hat. Und immer taucht scheinbar zufällig ein Taxifahrer auf, der Benny ins Gewissen redet und ihn zur Vernunft bringt.

Dass Benny so hin und her gerissen ist, hat einen guten Grund. Er ist auf der Such nach Glück. Und Glück zu finden, ist nun mal nicht so einfach. Niemand kann vorhersehen, was das Richtige ist. Man muss es ausprobieren und eine eigene Lösung finden. Glück kann in allem und jedem liegen. Im Roman geht es um Erfahrungen, Rückschläge und kleine Erfolge. Verschiedene Lebensmodelle treffen hier aufeinander. Scheinbar schert sich kaum einer um den anderen. Jeder ist auf seine eignen Vorzüge und Freiheiten bedacht. Doch alle sind sie auf der Suche nach Glück und Liebe. Und solch eine Suche kann nicht immer auf direktem Wege verlaufen.

“Sie suchen die Sonne” Christian Hanewinkel, ISBN: 978-3-942181-82-2, Edition PURE Stories & Friends Verlag

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